Nordrhein-Westfalen des BUND NW

posticon Aktuelles aus dem AHO

Drucken E-Mail

 

Aktuelle Berichte, Funde, Erlebnisse rund ums Thema Orchideen in NRW für unsere Rubrik

"Aktuelles aus dem AHO" gesucht! Berichte etc. können an den Webadministrator gesendet werden.

Nach kurzer Überprüfung bemühen wir uns um die Einstellung auf der Homepage.

 

 

Arbeitseinsatz fördert erfolgreich Orchideen

 

Im Jahr 2017 findet wieder ein turnusmäßiger Arbeitseinsatz auf der Brache zwischen den Abraumhalden eines Kalk-Steinbruches in Hagen durch Mitarbeiter der Biologischen Station Hagen und des AHO statt. In Absprache mit der Betreiberfirma wird die Fläche alle zwei Jahre gemäht und Gehölzaufwuchs entfernt. Am 15. Juli 2017 treffen sich alle Helferinnen und Helfer um 10 Uhr in Hagen an der Raiffeisen Warengenossenschaft, Donnerkuhler Weg 59, 58093 Hagen.

 

Bereits in den Jahren 2015 und 2014 hatte ich über die Erfolge durch die Pflegemaßnahmen auf dieser Fläche berichtet. Im Juni 2017 blühten über 200 Hybriden von Dactylorhiza incarnata, dem Fleischfarbenen Knabenkraut. Der Bestand dieser Pflanzen hat sich seit Beginn der Pflegemaßnahmen im Jahr 2010 mehr als verfünffacht und erreichte im Jahr 2017 eine neue Höchstzahl. Zusätzlich waren einige Dutzend Zweiblätter (Listera ovata) und Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) zu finden. Daneben waren noch zahlreiche Jungpflanzen der genannten Arten zu finden. Dies zeigt überdeutlich, dass die Pflegemaßnahmen sich lohnen! Durch die Mahd werden aufkommende Gehölze aber auch Hochstauden eingedämmt. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass zumindest einige fruchtende Orchideen stehen bleiben, so dass diese aussamen können. Dieser Pflegeturnus hat sich offenbar bewährt.

 

Neben den Orchideen profitieren natürlich auch andere seltene Pflanzen und in der Folge auch viele Tagfalter von der Pflege. Die sonnigen Standorte fördern zugleich die dort lebenden Reptilien.

 

Christoph Gerbersmann im Juni 2017

 

IMG 4087
 IMG 4081IMG 4084
IMG 4085 IMG 4086

Feuchtbiotop "Pöppensiek" in Bad Salzuflen, Kreis Lippe, wieder hergerichtet

 

Im Jahr 2005 wurden im "Pöppensiek" letztmalig Dactylorhiza majalis und Listera ovata beobachtet. In den Folgejahren fand keine Pflege mehr statt und das Biotop wuchs komplett zu. Orchideen waren nicht mehr feststellbar.

 

Auf Initiative von Jürgen und Charlotte Hokamp wurde mit der UNB des Kreises Lippe die Instandsetzung dieses wertvollen Standortes vereinbart.

 

Die Mannschaft des Umweltzentrums Bad Salzuflen (UWZ-BS) unter der Einsatzleitung von Andeas Beerens leistete im Januar und Februar ganze Arbeit. Über 50 Bäume wurden gefällt. Das gesamte Gebiet wurde entbuscht und vom Filz befreit.

 

Der "Pöppensiek" präsentiert sich wieder in gutem Zustand. Unser Dank geht an die UNB, das UWZ und den Forst Bad Salzuflen.

 

Ob sich die Orchideen wieder einfinden, bleibt abzuwarten.

 

Jürgen Hokamp

 

Feuchtgebiet Pöppensiek Mannschaft des UWZ 10.02.17 1

Pöppensiek vor der Entbuschung1

 

Pöppensiek vor der Entbuschung2

 

Pöppensiek nach der Entbuschung0

 

Pöppensiek nach der Entbuschung2


Rekordfund im Kreis Lippe!

 

Bei der Kartierungsarbeit für das Männliche Knabenkraut (Orchis mascula) gelang ein bemerkenswerter Fund:

 

Unweit der Lippischen Sehenswürdigkeiten Hermannsdenkmal, Adlerwarte Detmold-Berlebeck und Externsteine fanden Jürgen und Charlotte Hokamp am 07.03.17 in einem kleinen Mischwaldstreifen auf einer Fläche von nur ca.20x100m die Rosetten von sage und schreibe 1571 Orchis mascula. Obwohl im Kreis Lippe die Art nicht selten ist, ist diese Anzahl doch sehr ungewöhnlich. Zahlenmäßig größere Vorkommen von Orchis mascula sind uns im Kreis Lippe derzeit nicht bekannt - Lippischer Rekord!

 

Jürgen Hokamp

 

Fromhausen 07.03.17 Mascula 5

Fromhausen 07.03.17 Mascula 6

 

Fromhausen 07.03.17 Mascula 8


Der Bochumer Botanischer Verein hat unter folgendem Link ein wunderbares Porträt der Orchidee des Jahres 2017 veröffentlicht: Bitte hier klicken!

 


Die Internetseite des AHO-NRW wurde erneuert und umgestellt. Aktualisierungen werden nun schnellstmöglich vorgenommen. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis für die entstandenen Verzögerungen. Bitte helfen Sie mit, die Seite aktuell zu halten und melden Sie Unstimmigkeiten und Fehler an den Administrator unter diesem Link.

- Der Administrator -


Zur Orchidee des Jahres 2016

 

Zur Orchidee des Jahres 2016, Spiranthes aestivalis, lässt sich ab sofort die offizielle Präsentation von Christoph Gerbersmann von der Jahreshauptversammlung 2015 under diesem Link abrufen. (Version leicht verändert)


Jährliche Pflegemaßnahme im Ripsdorfer Kalkflachmoor, Sa. 26. September 2015

 

Am Freitag den 25. September fanden sich ab 9.30 Uhr drei und am Samstag den 26. September dreizehn Helferinnen und Helfer am Kalkflachmoor nahe Ripsdorf ein, um den kräftigen Aufwuchs von Weidenschößlingen, Mädesüß, Gras, Sumpfstendelwurz sowie zahlreichen anderen z.T. wertvollen Kräutern zu mähen. Das Mahdgut wurde nach der bewährten Methode mit Rechen zusammengekehrt, mit Forken transportiert und auf eine lange Plane befördert und durch kräftige Personen an den Feldweg gezogen und dort aufgehäuft (die Idee stammt von Bernd Margenburg).
Die zwei Freischneider am Freitag und die drei am Samstag sorgten für einen eher unangenehm hohen Lärmpegel. Aber dafür schafften die fleißigen Helferinnen und Helfer es, die gesamte Fläche mit ihren vielen Vertiefungen und Sumpflöchern komplett vom Aufwuchs zu befreien.
Petrus hatte mit den NaturfreundInnen ein Einsehen; es war sonnig aber nicht heiß und die Stimmung war prächtig. Sie steigerte sich noch, als Frau Neumann in der Mittagspause sehr lecker belegte Brötchen offerierte. Dafür im Namen aller meinen herzlichen Dank !
Nun hat unsere geliebte Sumpf-Stendelwurz, die in diesem Jahr mit sicher 5 - 6000 Exemplaren blühte, für das nächste Jahr genug Platz, um sich zu entwickeln.
Als ich nach getaner Arbeit nochmals über die Fläche ging, begegnete ich einigen Eidechsen, die besonders gerne die Holzwegeführung als Sonnensitz nutzen. Sie haben jetzt wieder ihre Ruhe und können im Bewuchs jetzt wieder leichter voran kommen.
Ich denke, dass die Beteiligten Stolz sein können auf das geschaffte Pensum. Mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht auch wenn ich einen kräftigen Muskelkater mit nach Hause brachte. Ich meine auch den Übrigen hat die Arbeit Freude gemacht.

 

Photos: O. Hasenfuß
Text: K. H. Käselau

alt

Orchideenpflege in Hagen bringt weitere Erfolge

 

 

Auch im Jahr 2015 wurde die Brache zwischen den Abraumhalden eines Kalk-Steinbruches in Hagen durch Mitarbeiter der Biologischen Station Hagen und des AHO gemäht. Trotz drohender Sturmwarnung trafen sich einige Freiwillige am 25.07.2015 vor Ort und haben sich auf den mühsamen Weg zur versteckt liegenden Fläche gemacht. In Abstimmung mit der Betreiberfirma wurde die Brache auf einer Fläche von etwa 5000 qm komplett gemäht und weitere randliche Birken und Büsche wurden entfernt, um den dort wachsenden Orchideen weiteren Raum zu geben. Bei der Entfernung der Birken hat es sich außerordentlich bewährt, die Bäume zunächst nur in etwa 1 m Höhe abzusägen und erst bei der Folgepflege vollständig zu entfernen. Der sonst problematische Stockausschlag ist dabei sehr gering oder bleibt sogar vollständig aus. Fruchtende Orchideen wurden bei der Mahd soweit wie möglich geschont, um ein Aussamen zu ermöglichen.

 

Im Jahr 2015 blühten 162 Hybriden von Dactylorhiza incarnata, dem Fleischfarbenen Knabenkraut. Der Bestand dieser Pflanzen hat sich seit Beginn der Pflegemaßnahmen im Jahr 2010 mehr als verfünffacht. Zusätzlich waren einige Dutzend Zweiblätter (Listera ovata) und Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) zu finden.

 

Zur Erinnerung:

 

Im Jahr 2003 wurde zwischen den Abraumhalden eines Kalk-Steinbruches in Hagen durch ein Planungsbüro ein Bestand von damals 36 blühenden Dactylorhiza-Hybriden entdeckt. Sczepanski und Cordges (in: Ber. Arbeitskr. Heim. Orchid. 22(2), 2005) haben die Pflanzen als Hybriden zwischen Dactylorhiza incarnata und Dactylorhiza majalis identifiziert, wobei D. incarnata morphologisch die dominierende Art ist. Bereits 2014 habe ich auf der Homepage über das erfolgreiche Pflegeprojekt berichtet. In diesem Artikel sind auch nähere Angaben zur Morphologie der Pflanzen und zu den Pflegemaßnahmen enthalten.

 

 

Christoph Gerbersmann im August 2015

 

alt

Die Goldruten und sonstigen Hochstauden werden mit Freischneider gemäht.

alt

Das Sanddorn-Gebüsch wird mit Freischneider teilweise gerodet.

alt

Weitere Bäume werden gefällt, um den Orchideen mehr Raum zu geben.

alt

Ausschnitt aus der gemähten Fläche.

alt

Fruchtende Orchideen wurden soweit wie möglich ausgemäht.

 


„Das Körpergewicht wunderschön aufgenommen und elegant nach vorne neigend, so betritt er den Kalkmagerrasen. Er überblickt gekonnt das gesamte Orchideenvorkommen, jetzt beginnt das Zählwerk zu klicken. Ein Zug aus der Zigarette, er kennt sich hier aus, das Ergebnis ist exzellent – zwei mascula! Mehr wie letztes Jahr, das ist Erfahrung, weiter so!“ (Roderich Wehner, 2005)

 

Roderich Wehner ist tot

 

Nach Angaben seiner Familie ist Roderich Wehner am 30. April 2015 im Alter von 82 Jahren friedlich eingeschlafen.

Roderich Wehner war ein wichtiger und geschätzter Mitarbeiter des AHO-NRW und über 20 Jahre eine der tragenden Säulen in der Arbeitsgruppe Eifel. Er und seine leider viel zu früh verstorbene Frau Helene († Feb. 2002) waren mit die ersten, die sich unserer 1990 neu gegründeten Arbeitsgruppe Eifel angeschlossen haben. Obwohl sie in Köln lebten, gehörte ihre große Passion der Eifel und ihren Orchideen. Um die vielen unterschiedlichen Meldungen von Orchideenfundorten in der Eifel richtig zu erfassen, übernahm Roderich Wehner von Beginn an die Koordination der Eifel-Kartierung. Er schaffte sich einen Computer an und ließ sich von seinem Sohn Udo ein Datenerfassungsprogramm (OSY. II) schreiben. Dieses Programm ermöglichte nicht nur eine Auflistung der Funde sondern auch eine statistische Auswertung nach 14 unterschiedlichen Kriterien. Bis ins Jahr 2009 hat er die riesigen Datenbestände betreut und gepflegt. Dazu war er selber einer der eifrigsten Kartierer der NRW-Eifel. Solange es sein Gesundheitszustand zuließ war er bei jeder Veranstaltung aktiv dabei und nahm an allen Pflegemaßnahmen teil.

Roderich Wehner war auch ein künstlerisch kreativer Mensch. Er erfand die „Blatt-Rosette“, ein kleines Magazin für die Eifel, in dem „wichtiges und unwichtiges, menschliches und kurioses aus dem alltäglichen Leben mit und um den Naturschutz, speziell der Orchideen“ zusammen getragen und veröffentlicht wurde. Die Blatt-Rosette erschien zweimal im Jahr, als Sonderheft eine Zusammenfassung der botanischen und deutschen Namen der Eifel-Orchideen. Ebenso verfasste er ironisch humoristische „Festschriften“ zu den diversen Jubiläen der AG Eifel. Mit viel Akribie und Enthusiasmus fotografierte er so ziemlich alles was ihm vor die Linse kam. Von den schönsten Bildern (nicht nur von Orchideen) fertigte er in mühevoller Handarbeit Postkarten, die er dann zu Gunsten unserer Arbeitsgruppe verkaufte.

Auch nach seinem Rückzug von der aktiven Mitarbeit aus der Arbeitsgruppen-Leitung aus gesundheitlichen Gründen hat Roderich Wehner – soweit es ihm möglich war – weiter an den Veranstaltungen in der Eifel teilgenommen. In seinem letzten Lebensjahr war es ihm leider nicht mehr möglich seine geliebte Eifel zu besuchen.

Der AHO-NRW und speziell die AG Eifel haben einen kompetenten und engagierten Mitarbeiter verloren… und manche von uns einen echten Freund!

„Nie werde ich dich vergessen, du wilde heimische Orchidee!“ (Roderich Wehner, 2005)

 

Heinz Baum

 

 

 

Text für Foto:

Helene und Roderich Wehner, 1996

(Foto: F. Opitz)

alt

Liebe Orchideenfreunde,

ein neues Jahr hat begonnen, da wünsche ich allen nur das beste im Neuen Jahr, der Eifel im Winter etwas Schnee und im Frühjahr genug Regen. Dann sollten im Mai/Juni die Wiesen voller blühender Orchideen stehen!
Ich würde mich demnächst um Hilfe freuen. Mit meinen Beinen kann ich nicht mehr über jeden Zaun klettern und durch schwieriges Gelände laufen. Überhaupt werde ich meine Besuche in der Eifel einschränken müssen, ich bin wieder ein Jahr älter geworden.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir verstärkt von Ihren Besuchen bei den Orchideen, auch mit Bildern, berichten würden. Dies werde ich dann gern in die Eifelnews einbauen. Ich habe mich bisher schon immer über Berichte und Bilder aus der Eifel gefreut und bedanke mich auch über die Wünsche zum vergangenen Weihnachtsfest.

Viele Grüße

Franz Opitz


Der AHO wünscht allen Orchideenfreunden und Naturbegeisterten eine besinnliche Weihnachtszeit, einen ruhigen Jahreswechsel und ein frohes neues Jahr 2015 mit einer wundervollen und erfolgreichen Orchideensaison!

 

Dario Wolbeck


Erfolgreiche Orchideenpflege in Hagen

 

Im Jahr 2003 wurde zwischen den Abraumhalden eines Kalk-Steinbruches in Hagen durch ein Planungsbüro ein Bestand von damals 36 blühenden Dactylorhiza-Hybriden entdeckt. Sczepanski und Cordges (in: Ber. Arbeitskr. Heim. Orchid. 22(2), 2005) haben die Pflanzen als Hybriden zwischen Dactylorhiza incarnata und Dactylorhiza majalis identifiziert, wobei D. incarnata morphologisch die dominierende Art ist. Die kräftigen Pflanzen werden bis 65 cm groß. Dabei ist der Wuchsort allenfalls wechselfeucht, weshalb der kräftige Wuchs unter diesen für D. incarnata eigentlich ungünstigen Bedingungen umso erstaunlicher ist. Der untypische Standort wird auch dadurch verdeutlicht, dass nur 5 m neben den Dactylorhiza-Hybriden Ophrys apifera wächst. Weitere Orchideenarten der Fläche sind Listera ovata und Einzelpflanzen von D. fuchsii. Letztere Art scheint inzwischen auch Einfluss auf die Population zu haben. Während die beiden Autoren von einem Blühtermin um Anfang Juni berichten, sind inzwischen zwei deutlich unterschiedliche Blühtermine festzustellen: die ersten Pflanzen blühen Anfang bis Mitte Juni, in einem zweiten Blühschub blühen weitere Pflanzen von Mitte Juni bis Anfang Juli, teilweise abblühend sogar bis Mitte Juli. Für den letzteren Blühzeitpunkt lässt sich ein vorher nicht beschriebener Einfluss von D. fuchsii vermuten, auch wenn dieser morphologisch nicht unbedingt auffällig ist.

Die Fläche war im Jahr 2011 weitgehend durch Birken verbuscht oder sogar mit Birken-Vorwald bestanden. Dazwischen waren wenige offene Bereiche mit Solidago und Brachypodium. Entsprechend bedrängt waren die Orchideen. Im Juli 2011 fand daher durch Mitglieder des AHO und der BUND-Kreisgruppe Hagen mit tatkräftiger Unterstützung der Biologischen Station ein erster Pflegeeinsatz statt. Erfreulich war, dass das Steinbruchunternehmen den Arbeitseinsatz und das Betreten des Steinbruchgeländes (die Fläche ist nicht anfahrbar!) problemlos ermöglichte.

Ein Teil der Birken wurde gefällt und die ganze Fläche mit Freischneider gemäht. Das relativ schüttere Mähgut verblieb weitgehend auf der Fläche. Nur zu dichte Streuauflagen wurden abgeharkt. Fruchtstände der Orchideen wurden möglichst geschont. Bei den Birken hat es sich bewährt, diese in ca. 50 – 100 cm Höhe zu fällen. Es hat sich gezeigt, dass die Birken dann nur schwach austreiben und nach dem endgültigen Schnitt zwei Jahre später meistens komplett absterben. Ein direkter Schnitt am Boden führte hingegen oft zu Stockaustrieben, die dann auch in den Folgejahren vital waren.

Der nächste Pflegeeinsatz erfolgt im Juli 2013. Dabei wurden die Birken nachgeschnitten, weitere Bäume entfernt und die ganze Fläche komplett gemäht. Wegen des hohen Anteils an Steinen und Felsen aus dem Abraum eine oft mühsame und wenig Material schonende sowie nicht ganz ungefährliche Arbeit, die in jedem Fall Schutzkleidung erfordert. Der nächste Arbeitseinsatz soll im Juli 2015 stattfinden. Insgesamt erscheint der zweijährige Turnus ein guter Kompromiss zwischen Pflegenotwendigkeit und Kapazität der Helfer. Schließlich ist der Materialtransport im unwegsamen Gelände allein schon ziemlich mühsam.

Aber der Einsatz hat sich bis heute schon gelohnt. Im Jahr 2010 blühten insgesamt 30 Dactylorhiza-Hybriden. 2013 waren es bereits 54 Pflanzen und im Jahr 2014 blühten in beiden Blühperioden zusammen 107 Knabenkräuter. Hinzu kamen etliche Listera ovata und rund 20 Ophrys apifera.

 

Wer Interesse hat sich am Pflegeeinsatz im Jahr 2015 zu beteiligen, kann sich gerne per Mail bei Christoph Gerbersmann melden (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

 

alt

Pflegefläche aus dem Jahr 2011 im November 2014:

Die Birken sind verschwunden und Solidago hat nur noch kleinere Bestände, obwohl die Fläche letztmals im Jahr 2013 gemäht wurde.

 

alt

Pflegefläche aus dem Jahr 2013 im November 2014: Die Birken sind nicht nachgetrieben. Die Beseitigung der Stümpfe und eine Mahd erfolgt im Sommer 2015.

 

alt

Blattrosette von Ophrys apifera im November 2014

 

alt

Fruchtstand der Dactylorhiza-Hybriden im November 2014

 


Wiederfund von Ophrys insectifera in Hagen

 

Inmitten eines Kalk-Buchenwaldes im Raum Hagen wurden in einer kleinen Brachfläche bereits seit 1946 immer wieder Pflanzen von Ophrys insectifera beobachtet. Im Juni 1980 waren es nach der Flora von Hagen ca. 20 blühende Exemplare. Im Jahr 1984 nach Auslichtung der Birken auf dem Standort blühten dort immerhin 100 Pflanzen. Es gelang jedoch nicht, eine kontinuierliche Folgepflege des Standortes zu organisieren, so dass der Bestand rasch wieder einbrach. In den Folgejahren entwickelte sich ein dichter Birkenwald. Ophrys insectifera galt dort als verschollen. Allerdings gab es aus den letzten Jahren Hinweise eines Anwohners auf Einzelpflanzen, die jedoch trotz intensiver Suche des AHO nicht bestätigt werden konnten.

Im Winter 2013/2014 konnte die Biologische Station nach intensiven Abstimmungen mit der Unteren Landschaftsbehörde (der Standort ist NSG) und dem RVR mit Förderung des Landes NRW und der Stadt Hagen dort eine umfangreiche Pflegemaßnahme durchführen. Ein größerer Teil der Birken wurde entfernt und die verfilzte Strauch- und Krautschicht komplett gemäht.

Die Maßnahme war ein voller Erfolg! Bereits im Sommer 2014 blühten auf der Fläche 6 Ophrys insectifera. Die Fläche machte einen hervorragenden Eindruck mit eher schütterer, steiniger Oberfläche. Sie hatte keine Ähnlichkeit mehr mit dem moosigen Brombeer-Gestrüpp, das den Boden unter den Birken bedeckt hatte. Im Herbst 2014 wurden weitere Birken gefällt und die Fläche vergrößert. Die Fläche wird zukünftig jährlich durch die Biologische Station gemäht, so dass sich der Bestand dieser im Raum Hagen extrem seltenen Art hoffentlich ausbreiten wird. Die Maßnahme ist umso wichtiger, als die Art an allen anderen Standorten in Hagen derzeit verschollen ist.

 

Christoph Gerbersmann im November 2014

altPflegefläche im November 2014altWetter-Kapriole im November 2014: eine Primula veris (!) in Blüte

 


Rheinlandtaler an Volker Hasenfuß


Der Landschaftsverband Rheinland hat am 21.10.2014 unseren Mitarbeiter Volker Hasenfuß mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Seit 30 Jahren setzt sich Volker Hasenfuß für den Schutz der Artenvielfalt und die Erhaltung ökologisch wertvoller Biotope ein. In den 1990er Jahren hat er sich besonders für die Renaturierung der ehemaligen Kalksteinbrüche „Grube 7“ und „Grube 10“ in Haan-Gruiten engagiert. Auf seine Initiative geht z.B. die Anlage von 10 Amphibienteichen zurück. Der Orchideenkenner und begeisterte Naturfotograf arbeitet im Kreis Mettmann sowie überörtlich an der Erforschung und der Pflege der heimischen Orchideen mit. Breiten Bevölkerungskreisen ist das Ehepaar Ortrud und Volker Hasenfuß durch seine hervorragenden naturkundlichen Lichtbildervorträge bekannt.
Der AHO-NRW gratuliert herzlich zu dieser hohen Auszeichnung.

 


Wolf Stieglitz, Wilfried Kuhn

altalt

Orchidee des Jahres 2015 – Das Fleischfarbene Knabenkraut

Für das Jahr 2015 haben die Arbeitskreise Heimischer Orchideen das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata L.) zur Orchidee des Jahres gewählt. Sie ist eine Orchidee der feuchten und sumpfigen Wiesen sowie der nährstoffarmen Moore und lichten Moorwälder. Da den Lebensräumen dieser Orchidee immer weniger Aufmerksamkeit gewidmet wird, ist das Fleischfarbene Knabenkraut in Gefahr. Die lichtliebende Orchidee mag es gar nicht, wenn durch mangelnde Pflege Büsche in den Biotopen aufkommen oder wenn Schilf- und Röhrichtsäume zu dicht werden. Eine Umwandlung in die landwirtschaftliche intensive Nutzung mit Trockenlegen der Wiesen oder gar Düngeeinträge werden ebenso wenig toleriert. Das Fleischfarbene Knabenkraut ist schon ein Spezialist mit hohen Anforderungen an ihren Lebensraum. Nur sensible Pflege im Sinne des Naturschutzes können die auch für andere Arten und meist selten gewordene Lebewesen hochwertigen Lebensräume erhalten. Darauf möchten die Arbeitskreise Heimsicher Orchideen mit der Wahl des Fleischfarbenen Knabenkrautes aufmerksam machen.
Die Orchidee selbst blüht ab Mitte Mai bis in den Frühsommer hinein, ihre leuchtend roten Blüten sind im Gras schon von weiten zu erkennen. Der Blütenstand mit zahlreichen Einzelblüten kann über zehn Zentimeter lang werden, die gesamte Pflanze bis zu achtzig Zentimeter hoch sein. Die grünen Laubblätter liegen nahe am Stängel, einige können die unteren Blüten erreichen.

Jutta Haas
Geschäftsstelle Arbeitskreis Heimischer Orchideen Hessen e.V.

 

Foto: Bernd Margenburg

alt

Samstag, 18. Oktober 2014: Arbeitseinsatz der Eifelgruppe am Tanzberg bei Keldenich

 

Nahe Kall liegt am Dorf Keldenich der Tanzberg, der aus sehr kleinräumig strukturierten Wiesen, Magerrasen sowie Schwermetallrasen besteht. Als besondere Pflanzen sind zu erwähnen: die Prachtnelke (Dianthus superbus), die Grasnelke (Armeria elongata), Fransen- und Deutscher Enzian (Gentianella ciliata und germanica), der blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum) sowie einige Flechten, deren Namen mir leider nicht bekannt sind. Für uns als AHOler natürlich auch von Wichtigkeit ist das Vorkommen der Breitblättrigen Stendelwurz (Epipactis helleborine), der Müller Stendelwurz (Epipactis muelleri), der Mückenhändelwurz (Gymnadenia conopsea) und des Kriechenden Netzblattes (Goodyera repens).

Der „Wirkladen e.V.“ hat gemeinsam mit der Eifelgruppe des AHO kleinflächige Stücke gemäht, Birken- und Kiefernaufwuchs entfernt sowie das Mähgut zum Abtransport zusammen geharkt.

An einem wunderschönen Herbsttag hat es den insgesamt neun Pflegerinnen und Pflegern viel Spaß gemacht, den vielen wertvollen Pflanzen des Biotops ein wenig zu helfen im nächsten Frühjahr wieder prächtig auszutreiben.

 

Fotos: Ortrud Hasenfuß

Artikel: Klaus H. Käselau

Bearbeitung des Gruppenphotos: KHK

altalt

Orchideen-Umpflanzaktion im Raum Solingen/Haan

 

2011 wurden auf einem bereits als Baugelände ausgewiesenen Brachgelände in einem Solinger Gewerbegebiet ca 10 Dactylorhiza maculata gemeldet. Sie wurden dann von AHO-Experten als Hybriden Dact. maculata X majalis benannt, obwohl die Blattfleckung auch auf Dact. praetermissa ssp. junialis schließen ließ.

In erster Linie ging es aber um die Rettung der Orchideen. Die eingeschaltete Biologische Station Mittlere Wupper in Solingen und die ULB Solingen waren mit uns der Ansicht, dass diese Population nur durch eine Umpflanzaktion gerettet werden könnte.

Bis 2013 hatte sich die Population schon auf 89 blühende Exemplare ausgeweitet. Nach einiger Suche nach geeigneten Umsiedlungsflächen wurde mit der ULB des Kreises Mettmann eine nahegelegene Wiese auf Haaner Gebiet ausgewählt. (Hier gab es schon in den 1980er Jahren einen kleinen Bestand von Knabenkräutern). Die Umpflanzaktion wurde nach Vorliegen aller Genehmigungen von der Biologischen Station am 10. Sept. 2013 mit 13 Helfern (auch einigen MA vom AHO) durchgeführt. Zum Glück hatte es einige Tage vorher tüchtig geregnet, so dass die Knabenkräuter großzügig ausgegraben werden konnten. 39 große Ballen mit den Orchideen und der vorhandenen Begleitflora wurden ausgegraben und in Eimern an den neuen Standort gebracht. Alle Orchideen hatten noch reife, aber wegen der Feuchtigkeit noch geschlossene Samenkapseln, so dass auch eine Ausbreitung durch Samen möglich sein wird.

Wilfried Kuhn (AHO-Geschäftsführer) hat die Aktion in Fotos festgehalten. Auf einem Bild einer Pflanze mit Wurzelknolle kann man sehr gut den neuen Trieb sehen, der schon bis zur Grasnarbe reicht. Das lässt erkennen, dass sehr späte Pflegetermine (Mahd), vor allem mit schwerem Gerät, den neuen Trieben schaden können.

 

Am 13. Mai 2014 fand eine weitere Umpflanzaktion statt. Dieser Termin war sicher nicht der richtige Zeitpunkt, denn viele der Orchideenpflanzen hatten schon einen Blühtrieb. Aber nach Angaben der Behörden drängte der Zeitplan.

So wurden mit wenigen Helfern 50 Knabenkräuter mit eimergroßen Ballen ausgegraben und in das gleiche Haaner Gebiet gebracht, in das schon die anderen 39 Pflanzen 2013 umgesetzt worden waren.

Eine gleich große Anzahl von Pflanzen wurde in eine aufgelassene Tongrube in Solingen umgepflanzt. Diese wird von der Biologischen Station Mittlere Wupper in Solingen betreut und gepflegt. Durch den zweiten Standort ist das Risiko der Aktion etwas verteilt. Umpflanzaktionen von Orchideen sind ja immer problematisch.

Mit Genehmigung der zuständigen Behörden haben wir von 5 Exemplaren Blattspitzen entnommen und diese zur genetischen Untersuchung eingeschickt. Jede Blattspitze und jede dazugehörende Pflanze (mit Blüte) wurden fotografisch dokumentiert. Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt noch nicht vor. Wir hoffen, dass es uns einen Schritt weiter bringen wird in der Benennung dieser Hybridpopulation.

 

Bei der Kartierung 2014 im Haaner Gebiet haben wir festgestellt, dass von den 89 umgesetzten Pflanzen 67 geblüht haben – davon 19 von den im Jahr 2013 umgepflanzten Exemplaren. Dieses schöne Ergebnis lässt uns für die Zukunft hoffen. Vieles hängt sicher auch von den Pflegemaßnahmen in den kommenden Jahren ab. Wir hoffen sehr, dass die Standorte in Solingen und Haan jeweils im September jährlich gemäht werden.

 

Volker und Ortrud Hasenfuß, 22. Sept. 2014

alt

altaltalt


Heinz Immekus

 

* 09.11.1947 — † 22.08.2014

 

Nachruf

 

 

Im Kreis Olpe war Heinz Immekus viele Jahre lang eine Institution im ehrenamtlichen Naturschutz. Über die Beringung von Vögeln kam er in jungen Jahren zur Ornithologie und setzte sich im Folgenden z.B. für die Wiederansiedlung des Uhus ein. In den letzten Jahren kamen verstärkt die Orchideen hinzu. Sein Einsatz für den Schutz von Fauna und Flora im südlichen Sauerland war jedoch noch weitaus breit gefächerter. So war Heinz viele Jahre Berater im Jagdbeirat und der SPD Finnentrop. Auch bei der Flurbereinigung Elspe arbeitete Heinz 25 Jahre ehrenamtlich und 40 Jahre lang war er Kreisvertrauensmann des LANUV NRW. Wenn Heinz entdeckte, dass der Natur Unrecht geschah, tat er alles, es zu begleichen. Die intensive Kartierungsarbeit draußen in der Natur war sein Ausgleich gegen den Krebs und ein Gegenpol zu langwierigen Chemotherapien.

 

Als gelernter Werkzeugmacher war Heinz bei Hoesch in Kreuztal tätig. Nach der Schließung des Werkes fand er eine neue Anstellung bei einem mittelständischen Metall verarbeitenden Betrieb mit Schwerpunkt Zulieferteile für die Autoindustrie. Dort baute er die Qualitätssicherung auf und erreichte die von der Autoindustrie geforderte ISO 9001 Zertifizierung. Seine Krankheit zwang ihn vor einigen Jahren in den vorzeitigen Ruhestand. Seine Ehefrau Mechthild teilte lange die Begeisterung für die Natur mit ihm und gemeinsam gaben sie im Rahmen der Schriftenreihe des Kreises Olpe 2011 das Buch "Orchideen im Kreis Olpe" und ein Jahr später "Brutvögel im Kreis Olpe" heraus. Durch diese Werke aber auch Zeitungsartikel, die sie für die Westfalenpost schrieben, wollten sie den Lesern die Natur näher bringen. Mit seiner Lebensabschnittsgefährtin, Sandra Eren, war Heinz zuletzt sehr glücklich.

 

Im AHO war er seit einigen Jahren als Beiratsmitglied für die Region Sauerland in der Arbeitskreisleitung aktiv. Als im letzten Jahr feststand, dass Dr. Michael Luwe die Leitung des Arbeitskreises abgeben wollte und es sich nicht so einfach gestaltete, einen Kandidaten für die Nachfolge zu finden, sagte Heinz spontan: „Dann mache ich es eben.“

 

Mit viel Energie und der Hoffnung, seine Krankheit erfolgreich besiegt zu haben, machte er sich an die neue Aufgabe. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Sieg nur kurzfristig war. Obwohl sein Immunsystem durch die früheren Behandlungen sehr geschwächt worden war, gab Heinz die Hoffnung nie auf, die Krankheit doch zu besiegen und er unterzog sich noch einer weiteren Chemotherapie. So kam es, dass er an den Sitzungen nicht mehr teilnehmen konnte, sein Amt ruhen ließ, aber von zu Hause per Telefon und Computer nach wie vor für den Naturschutz und den AHO aktiv war. Sein Tod kam für uns alle überraschend.

 

Der AHO hat seinen AK-Leiter verloren, der Kreis Olpe und das südliche Sauerland ein Urgestein des Naturschutzes und die, die ihn besser kannten, einen guten Freund.

Heinz hinterlässt einen Sohn, eine Tochter und fünf Enkel.

 

 

Text: Dieter Wenker und Dario Wolbeck, Foto: Dario Wolbeck

 

alt

Heinz Immekus mit Hündin Anja bei der Orchideenkartierung 2012 im Hochsauerlandkreis.


(Aufgrund technischer Probleme nicht mehr aktuell)

Ab sofort finden Sie unseren Online - Kartierungsbogen hier.

Er kann bequem und schnell am Computer ausgefüllt und anschließend direkt an unseren Kartierungsleiter Günter Westphal gesendet werden.

Wenn Sie den Bogen aufrufen wird oben im Bild die Meldung „Das PDF-Dokument enthält Formulare. Das Ausfüllen von Formularen wird nicht unterstützt.“ erscheinen.

Auf der rechten Seite findet sich der Hinweis „Mit anderem Programm ansehen“. Wenn Sie auf diesen Link klicken, kann der Bogen geöffnet oder gespeichert und dann ausgefüllt werden. Hier finden Sie eine Erklärung zum Öffnen des Bogens.

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zur Kartierung unter "Kartierungsunterlagen" im Menü links. Dort ist auch nach wie vor der alte Bogen zu finden.

 

alt


UN-Tag der Artenvielfalt am 25. Mai 2014 im Botanischen Garten in Bonn

 

Am UN-Tag der Artenvielfalt haben sich mehr als 30 verschiedene Einrichtungen, die dem Naturschutz verbunden sind - wie z.B. NABU, Deutsche Bromeliengesellschaft, Institut für Tierökologie der Uni Bonn, Biologische Stationen, etc. - im Botanischen Garten in Bonn präsentieren dürfen.

Auch der AHO war mit einem von Frau Inge Schlichte liebevoll und ansprechend gestalteten Stand vertreten. Ihre in aufwendiger Drucktechnik erstellten Fotografien von Orchideen der Eifel zogen eine Vielzahl von Naturliebhabern an.

Das erfreuliche Interesse und die anregenden Gespräche mit größtenteils fachkundigen Besuchern machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis für die Betreuer des Standes.

 

Elke und Dietmar Küpper

altalt

Online Erfassungsbogen kommt!

 

Auf Beschluss des AHO wird es bald den bekannten Erfassungsbogen für unsere Orchideenkartierung zum direkten ausfüllen am Computer geben.

Es wird dann möglich sein den Bogen über die AHO - Webseite aufzurufen und alle Daten direkt einzutragen. Abschließend kann er direkt über das Feld "email senden" an Günter Westphal gesendet werden.

Der Erfassungsbogen wird über die Rubrik Kartierungsunterlagen auf der linken Seite zu finden sein.


Internationale Orchideenschau in Bad Salzuflen

In der Zeit vom 27.02. bis 02.03.2014 richteten die Orchideenfreunde Ostwestfalen-Lippe e.V. im Kurpark von Bad Salzuflen zum 23. Mal eine internationale Orchideenschau aus. Die Schau findet im zweijährigen Turnus statt. Zahlreiche Züchter und Liebhaber von Orchideen aus aller Welt zeigten exotische Blütenwunder aus Europa, Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie der Südsee.
Dankenswerterweise bot der Veranstalter dem AHO-NRW auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, seine Arbeit um den Erhalt der heimischen Orchideenflora darzustellen und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Lüder Almers baute traditionsgemäß den Stand des AHO auf und organisierte den Standdienst. Berichte aus den Arbeitskreisen heimischer Orchideen und verschiedene Flyer wurden ausgelegt und Besuchern angeboten. Der Flyer über die Orchideen in Nordrhein-Westfalen erfreute sich großen Zuspruchs und war überwiegend der Auslöser für zahlreiche Gespräche. Alle AHO-Mitarbeiter, die Standdienst versehen haben, haben im Rückblick nur positive Erfahrungen gemacht. Viele Besucher konnten auf die heimischen Orchideen hingewiesen und für ihren Schutz interessiert und sensibilisiert werden.
Leider war es in diesem Jahr erstmals schwierig, den Stand des AHO über die gesamte Ausstellungszeit zu besetzen, da aus vielerlei Gründen nur noch wenige Mitarbeiter bereit sind, diese Aufgaben zu übernehmen. Die Möglichkeit, einer breiten Öffentlichkeit unser Anliegen zu präsentieren, sollte jedoch auch weiterhin genutzt werden.

Wilfried Kuhn

alt

V. Hasenfuß im Gespräch mit Besucherinnen


Epipogium aphyllum – Blattloser Widerbart (Orchidaceae), Orchidee des Jahres 2014

ANGELIKA BAUM, HEINZ BAUM & BERND MARGENBURG

 

Der Blattlose Widerbart (Epipogium aphyllum) wurde von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen in Deutschland zur "Orchidee des Jahres 2014" ausgerufen. Durch diese Wahl

und Proklamation wird seit 1989 alljährlich eine der in Deutschland heimischen Orchideen-

arten vorgestellt, mit dem Ziel, die breite Öffentlichkeit auf diese Pflanzenfamilie aufmerksam

zu machen und für den Schutz und Erhalt der Orchideen und ihrer Lebensräume zu werben.

 

Das gesamte Porträt der Pflanze, vorgestellt beim Bochumer Botanischen Verein, finden Sie hier.


Neue Kontodaten ab dem 01.02.2014

 

Ab dem 1. Februar 2014 verändert SEPA den bargeldlosen Zahlungsverkehr auch in Deutschland:

Alle Überweisungen und Lastschriften in Euro sind dann nach europaweit einheitlichen Verfahren

vorzunehmen.

Was sich bei Überweisungen ändert:

Statt der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl nutzen Sie zukünftig die IBAN. Diese ist

leicht zu merken, denn sie besteht aus der 10-stelligen Kontonummer und der 8-stelligen

Bankleitzahl, zusammen mit dem Ländercode DE für Deutschland und einer 2-stelligen Prüfziffer.

 

Die IBAN für alle Überweisungen auf das Geschäftskonto des BUND-AHO lautet daher: DE20 3035 1220 0000 218578.

(Die Leerzeichen innerhalb der IBAN sind wegen der besseren Lesbarkeit eingefügt)

 

Bei grenzüberschreitenden Überweisungen in andere SEPA-Länder ist übergangsweise bis zum

31. Januar 2016 zusätzlich der BIC (Business Identifier Code) anzugeben.

Der BIC für Überweisungen aus dem Ausland an den AHO NRW lautet: WELADED1HAA.

 

Gleiches gilt für das Spendenkonto:

 

BUND LV NRW:

IBAN: DE26 3702 0500 0008 204700

BIC: BFSWDE33XXX

Zusatz: „Spende für AK Heimische Orchideen“

 

Wir möchten Sie bitten, die neue Regelung für alle Überweisungen an den AHO NRW bereits ab dem 1.1.2014 zu nutzen. Vielen Dank!

 

Christine Klages


 

Mitarbeiter-Versammlung des AHO-NRW am 02.11.13

Auf der diesjährigen Mitarbeiterversammlung, zugleich 30jähriges Bestehen des AHO-NRW, am 02.11. in der Ökologiestation des Kreises Unna, Bergkamen, stand turnusmäßig die Wahl der Arbeitskreisleitung des AHO an. Zuvor gab die bisherige Arbeitskreisleitung ihren Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr ab. Festzuhalten für 2013 ist eine durchweg gute Orchideensaison, mit vielen Neufunden insbesondere auch zur Orchidee des Jahres, Orchis purpurea. Erfreulich ist auch die Vielzahl der bereits in der Kartierungsstelle eingegangen Meldungen: Schon jetzt über 1000; was im Hinblick auf das „Buchprojekt 2015“ für die Arbeitsgruppe von besonderer Bedeutung ist. Die Kassenprüfer bescheinigten unserer Kassiererin eine vorbildliche Kassenführung und der Arbeitskreisleitung einen sparsamen Umgang mit dem vorhandenen Geld. Die Arbeitskreisleitung wurde von der Versammlung entlastet.

Bereits im Vorfeld der Mitarbeiterversammlung hatte Dr. Michael Luwe mehrfach in den Rundschreiben angekündigt, dass er nicht erneut für eine weitere Wahlperiode als Arbeitskreisleiter zur Verfügung stehe. Ebenso wollten Rudolf Singer und Klaus Käselau als Beisitzer ausscheiden.

Zum Abschluss seiner Amtszeit zog Dr. M. Luwe kurz Bilanz und ließ ein paar Highlights der letzten 12 Jahre Revue passieren, wie z. B. die Anfangsphase, die vom Verkauf des Buches über die Orchideen Nordrhein-Westfalens geprägt war, die letzte Wuppertaler Orchideentagung im Jahr 2006 und insbesondere die wissenschaftlich geprägte Europäische Orchideentagung 2012 in Bad Münstereifel. Er bedankte sich bei allen Mitarbeitern der vergangenen vier Arbeitskreisleitungen für die vielfältige Hilfe und Unterstützung.

Unter der Leitung von Dr. Gerhard Wilhelm fand anschließend die Wahl der Mitarbeiter der Arbeitskreisleitung statt.

 


Ergebnis:


Neuer Arbeitskreisleiter: Heinz Immekus


Vertreter: Dr. Dieter Wenker (zugleich Vertreter in der Schriftleitung der Berichtshefte) und
Bernd Margenburg (wie bisher)


Geschäftsstelle: Wilfried Kuhn (wie bisher)


Kasse: Christine Klages (wie bisher)


Kartierungsstelle: Günter Westphal (wie bisher)


Webmaster: Dario Wolbeck (zugleich Beisitzer)


Beisitzer: Dr. Michael Luwe
Volker Hasenfuß
Dietmar Küpper
Peter Rolf

 


Der Nachmittag war mit Vorträgen ausgefüllt. Zunächst stellen Angelika und Heinz Baum die Orchidee des Jahres 2014 vor, danach zeigte uns Familie Essink in einem Diavortrag die Orchideen von Rhodos und zum Abschluss konnten wir in einem Vortag von Christoph Beyer Orchideen, insbesondere “Frauenschuharten“, in China bewundern. Ein gelungener Jubiläumsabschluss.

Wilfried Kuhn

altalt

Die neue Arbeitskreisleitung (von links nach rechts):
W. Kuhn, D. Küpper, Dr. D. Wenker, G. Westphal, Ch. Klages, B. Margenburg, H. Immekus, Dr. M. Luwe, V. Hasenfuß, D. Wolbeck

 

AHO-Eifel: Arbeitseinsatz am Tanzberg bei Keldenich

 

In der Nähe von Mechernich wurde früher (schon zu Römerzeiten!) Blei abgebaut.

Auf dem ehemaligen Abraumhügel „Tanzberg“ gibt es deshalb noch immer Schwermetallrasen, d.h. der Boden ist noch bleivergiftet. Das bedeutet zum einen, dass es hier eine für die Eifel einmalige Flora gibt, z.B. die nur hier wachsende Prachtnelke (Dianthus superbus) oder die Grasnelke (Armeria elongata). Zum anderen bedeutet es, dass das Mahdgut als „belasteter Sondermüll“ gilt, weshalb dieses wertvolle Gebiet jahrelang nicht gemäht wurde. Inzwischen wurde hier eine tragbare Lösung gefunden.

Der AHO hat sich angeboten, bei der „Pflege“ dieses großen Naturschutz-Gebietes zu helfen, da auf den kalkigen Halbtrockenrasen neben Fransen- und Deutschem Enzian (Gentianella ciliata und germanica) auch die Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und das Kriechende Netzblatt (Goodyera repens) hier vorkommen. Auch die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) und Müllers Stendelwurz (Epipactis mülleri) und deren Hybriden brauchen eine jährliche Mahd, um hier zu überleben.

Am 12. Oktober 2013 folgten (leider nur) drei Männer und eine Frau dem Aufruf von Herrn Käselau zur Mahd. Ein Teil der Fläche konnte gemäht und das Mahdgut abgetragen werden, einige Birken wurden aus der Fläche genommen. Die noch blühenden Enziane auf dem Trockenhang wurden natürlich nicht abgemäht.

 

Artikel: Ortrud Hasenfuß

Fotos: Ortrud und Volker Hasenfuß

altaltaltalt

Orchidee des Jahres 2014 - Der Blattlose Widerbart

Der Blattlose Widerbart ((Epipogium aphyllum SW.) ist eine Orchidee mit vielen Besonderheiten. Diese Orchideenart wurde von den Arbeitskreisen Heimischer Orchideen bei ihrer Herbsttagung zur Orchidee des Jahres 2014 gekürt. Die erste Besonderheit ist ihr Aussehen, denn die Blütenlippe des Blattlosen Widerbartes zeigt in Richtung Himmel. Bei allen anderen in Deutschland vorkommenden Verwandten dieser Orchidee ist die Blüte so gedreht, das das sechste Blütenblatt, welches die Lippe darstellt, zur Erde zeigt. Fünf weitere und kleinere Blütenblätter bilden bei ihnen ein helmartiges Aussehen. Beim Blattlosen Widerbart sind diese Blütenblätter anders ausgebildet, maximal acht Blüten befinden auf einem bis zu zwanzig Zentimeter hohen Stängel. Die nächste Besonderheit dieser Orchidee ist, dass sie keinerlei Blattwerk ausbildet – deshalb auch ihr Name: Blattloser Widerbart. Diese Orchidee braucht keine Blätter wie andere Pflanzen, die mit Hilfe des Sonnenlichtes ihre Energie herstellen. Sie lebt gemeinsam mit Bodenpilzen, die ihr helfen abgestorbene organische Bodensubstanzen aufzunehmen. Durch diese Lebensweise kann der Blattlose Widerbart Lebensräume besiedeln, in denen die meisten Pflanzen nicht existieren können. Es sind dunkle und feuchte Wälder mit einem alten Baumbestand, der schon ein dichtes Blätterdach ausgebildet hat. Diese Lebensräume sind in Deutschland rar geworden und damit auch das Vorkommen dieser aparten Orchidee. Deshalb möchten die Arbeitskreise Heimischer Orchideen mit der Wahl dieser Orchidee nicht nur auf die Gefährdung dieser einmaligen Pflanze, sondern auch auf die Gefährdung ihrer Lebensräume hinweisen. „Es geht um den Verlust artenreicher alter und langjährig ungestörter Laub- und Nadelholzwälder in Deutschland und in ganz Europa“, erklärt Frank Meysel vom Arbeitskreis Heimischer Orchideen Sachsen-Anhalt, auf dessen Vorschlag diese Orchidee gewählt wurde, „viele dieser Wälder haben den Charakter eines Urwaldes“.
Die Fundstellen des Blattlosen Widerbartes haben in Deutschland heute einen großen Seltenheitswert, die Pflanze gilt je nach Bundesland als „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“. Somit wird in den Bundesländern, in denen der Blattlose Widerbart vorkommt, im Jahr 2014 verstärkt darauf geachtet werden, dass das Verständnis für den Erhalt der biotop-typischen Wälder wächst. Auch sollen Wanderer und Fotografen sensibilisiert werden, die Wuchsorte jenseits der Wege nicht zu betreten. Die leicht brüchigen zur Vermehrung dienenden Ausläufer sind unter dem Falllaub nicht zu sehen und die Gefahr sie zu zertreten ist sehr groß.

Jutta Haas
Geschäftsstelle Arbeitskreis Heimischer Orchideen Hessen e.V.
Nibelungenstr. 122
64686 Lautertal

 

 

Bilder: B. Margenburg

altalt

Orchideenkartierung im Rheinisch Bergischen Kreis mit 12 kartierten Arten erfolgreich beendet

 

Im Frühling 2013 führte ich Kartierungen im Rheinisch Bergischen Kreis durch. Ich konnte 12 Orchideenarten und einige Hybriden bestätigten.

Im Folgenden soll vor allem auf besondere Orchideenfunde hingewiesen werden.

 

Sehr erfreulich war der Fund von zwei Standorten von Cephalanthera longifolia - dem Schwertblättrigen Waldvögelein. Laut Aussagen von Herr Sumser eines Mitarbeiters des Bergischen Naturschutzvereins (RBN), war diese Art im Jahr zuvor nicht und in den Jahren davor immer nur mit ein- bis zwei Exemplaren bestätigt worden. Nun sind es an beiden Standorten zusammen etwa 10 Stück.

Epipactis microphylla - die Kleinblättrige Ständelwurz galt seit etwa fünf Jahren als verschollen, seit Windwurf und der folgende Jungaufwuchs den einzig bekannten Standort vernichtete. Dieses Jahr stieß ich zufällig in zwei verschiedenen Gebieten, an ziemlich unwegsamen Stellen, auf diese Orchidee. Am einen Standort zählte ich 16 Exemplare.

Erstmalig konnte für den AHO im Kreis Ophrys apifera - die Bienen-Ragwurz sowie Gymnadenia conopsea - die Mücken-Händelwurz gemeldet werden. Beide Arten wachsen im selben Biotop nahe Bergisch Gladbach. Interessant ist, dass sie sich zusammen mit Dactylorhiza maculata agg. - Geflecktes Knabenkraut in einem Bestand von Solidago gigantea - SpätblühenderGoldrute halten. Bei Ophrys apifera ist dies jedoch von Mitgliedern des AHO, auch an anderen Stellen in NRW beobachtet worden.

Ebenfalls neu für den AHO war das Vorkommen von Platanthera bifolia - der Weißen Waldhyazinthe im Rheinisch Bergischen Teil der Wahner Heide.

Einen bemerkenswerten Fund machte ich nach alten Angaben mitten in Bergisch Gladbach, wo auf einer Lichtung in einem Waldstück ein Vorkommen von über 1000 Epipactis palustris - Sumpf-Stendelwurz, sowie über 1000 Dactylorhiza maculata agg. und über 1000 Listera ovata - Großes Zweiblatt wachsen. In dem Wald kommen ansonsten Epipactis helleborine - Breitblättrige Stendelwurz in Zahlen über 200 Stück und etwa ein dutzend Cephalanthera damasonium - Bleiches Waldvögelein vor. Problematisch könnte der langfristige Erhalt dieses "Garten Eden" werden, denn der Grundstückspreis in dieser Lage ist sehr hoch und daher eine spätere Bebauung sehr wahrscheinlich.

 

Anders als zahlreiche Dactylorhiza - Hybriden in der Wahner Heide, deren Elternarten meist unbekannt sind, konnte eine Hybride bei Leichlingen identifiziert werden. Es handelt sich bei der großen Anzahl von Pflanzen um eine Hybride der Arten Dactylorhiza incarnata - Fleischfarbenes Knabenkraut und Dactylorhiza majalis - Breitblättriges Knabenkraut. Hybriden dieser Art scheinen durchsetzungsfähiger zu sein, wie z.B. gegen Hochstauden wie Equisetum fluviatile - Teich-Schachtelhalm.

 

Erschreckend war der Zustand der Bestände vonDactylorhiza majalis im Kreis, die entweder durch Pferdekoppeln ausgelöscht oder durch fehlende Pflege und aufkommende Hochstauden wie Filipendula ulmaria - EchtesMädesüß stark dezimiert waren.

Bis vor zwei Jahren bestand - nach Aussage von Herrn Sumser - in der Nähe von Asselborn ebenfalls ein Standort von Orchis purpurea - Purpur-Knabenkraut. Diesen konnte ich jedoch - trotz des für diese Art guten Jahres - nicht bestätigen. Die Art toleriert zu starke Beschattung nicht. Diese ist jedoch in dem betreffenden Wald zunehmend gegeben.

Nicht aufzufinden waren außerdem die Arten Cephalanthera rubra - Rotes Waldvögelein und Platanthera chlorantha - Grünliche Waldhyazinthe, die beide noch 2001 gefunden wurden.

 

Alles in allem war es jedoch trotz einiger negativer Funde und erloschener Standorte eine erfolgreiche Kartierung 2013.

 

Für Hinweise zu Orchideenstandorten bin ich sehr dankbar. Bitte Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! klicken.

 

Text und Fotos: Dario Wolbeck

altaltalt

Jährliche Pflegemaßnahme im Ripsdorfer Kalkflachmoor, Sa. 28. September 2013

Samstag, 28.09.2013; Ort: Kalkflachmoor zwischen Ripsdorf und Alendorf.

Ein riesiger Grasfrosch ließ sich die ersten Sonnenstrahlen auf die stark stukturierte Haut scheinen. Er freute sich vermutlich auf einen schönen ruhigen Tag mit einem reichlichen Futterangebot. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Ab 9.30 Uhr wurde es immer lärmiger im Kalkflachmoor. Erst einer und später insgesamt fünf Freischneider machten einen Höllenlärm. Es galt, den Aufwuchs eines Jahres im Flachmoor zu mähen. Fleißige Helfer harkten das Mähgut zusammen und andere transportierten es mittels einer ca. 4,90 * 1.45 qm großen Gewebeplane an den Feldweg am Rande des Kalkmoores.

Insgesamt 16 hoch motivierte Helferinnen und Helfer schafften eine respektierliche Arbeitsleistung; am Ende war der gesamte Bereich gemäht und abgeräumt.

Nun hat unsere geliebte Sumpf-Stendelwurz für das nächste Jahr genug Platz, um sich zur schönsten Blüte zu entwickeln. Aber auch das große Zweiblatt, das gefleckte Knabenkraut, zahlreiche Seggen und u.a. der Teufelsabbiß sowie die Fransen-Enziane haben wieder Luft zr Entwicklung.

Als ich nach getaner Arbeit nochmals über die Fläche ging, begegnete ich dem vermutlich gestressten Frosch; nun hat er erst einmal wieder seine Ruhe.
Ich denke, dass die Beteiligten Stolz sein konnten auf das Pensum. Mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht und ich meine allen anderen auch.
Last but not least möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei den freundlichen Bäckerinnen
für den Kuchen; er hat uns sehr gut geschmeckt! Und für die appetitlichen Brötchen ebenfalls meinen herzlichen Dank!

Klaus H. Käselau

altaltaltalt

Liebe Eifelfreunde,

 

die Hitze scheint vorbei zu sein. Ich vertrage sie schlecht und war die letzte Zeit nicht in der Eifel. Daher auch keine aktuellen Bilder.

Aber am Samstag ist für mich ein wichtiger Termin in der Eifel: Das bekannte Wacholderfest in Alendorf, zieht auch immer mehr Besucher an. Der erste Enzian und das Sumpfherzblatt müßte blühen.

Weiteres unter folgenden Links:

 

http://www.wacholderfest.de/Aktuelles.20.0.html

hier in der Fotogallerie viele Bilder von den vergangenen Jahren

 

http://www.ortszeitungen.de/rmp/DxMLW?Template=./Templates/idx.tpl&Ort=18&Rubrik=1000011&Art=2279476

 

Dazu eine Seite mit Bildern und Videos vom Lampertstal:

http://de.cyclopaedia.net/wiki/Lampertstal

 

Wir sehen uns vielleicht in Alendorf, bis dahin

 

Franz Opitz


AGNU-Exkursion „Erfolg durch Pflege“ am 07.06.2013

 

Für die Helfer der AGNU Haan (Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt) findet jährlich im Juni eine Führung statt. Die Exkursion ist als Belohnung für die AGNU-Aktiven gedacht, die sich an den jährlichen Arbeitseinsätzen beteiligen. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es auf dieser Exkursion zu den Orchideen geht, und das lockt auch andere Naturinteressierte aus der Umgebung.

 

Die meisten dieser „heimischen“ Orchideen benötigen kalkhaltige Böden, nur wenige wachsen im sauren Bereich mit ph-Werten unter 7. So ist es auch ganz natürlich, dass die wenigen in unserer Gegend vorkommenden Orchideen gern in den ehemaligen Kalksteinbrüchen wachsen.

Die AGNU Haan „pflegt“ seit über 20 Jahren im ehemaligen Klärteich eine Fläche von weniger als 1 ha mit sehr großem Erfolg. Die Bestände der Pflanzen, besonders die des „Fuchs‘ Knabenkrauts“ (Dactylorhiza fuchsii) und des „Großen Zweiblatts“ (Listera ovata), sind von anfangs 20 bis 30 Exemplaren auf über 3000 angestiegen. Die langjährigen Arbeitseinsätze haben sich also wirklich gelohnt. Ohne jährliche Mahd würden die Flächen verbuschen und die Bodenoberfläche verfilzen. Dann könnten die äußerst kleinen Samen der Orchideen – 100.000 Samen wiegen gerade mal 1 g – die Erdoberfläche nicht erreichen. Nur bei Vorhandensein von speziellen unterirdischen Mykorhizza-Pilzen kann eine Keimung der Orchideensamen gelingen.

Die „Bienenragwurz“ (Ophrys apifera) ist inzwischen in guten Orchideenjahren mit einigen Exemplaren zu finden. Sie ist eine sogenannte „Insektentäuschblume“, da sie ihren Bestäubern keinen Nektar liefert, aber ein Insektenweibchen vortäuscht. Form und Farbe und bestimmte Pheromone locken die männlichen Bestäuber an. Da die Bestäuber der Bienenragwurz in unseren Breitengraden nicht vorkommen, bestäubt sich diese Orchideenart selbst.

Leider konnten wir in diesem Jahr noch kein blühendes Exemplar der Bienenragwurz zeigen, da sich die Vegetation um zwei bis drei Wochen verschoben hat.

Auch beim Knabenkraut gab es nur vereinzelt die ersten offenen Blüten zu bewundern, der tolle Blühaspekt stand leider noch aus.

Trotzdem waren die Teilnehmer sehr beeindruckt und nahmen gerne gegen eine kleine Spende für die Druckkosten den AHO-Flyer über die „Orchideen in NRW“ mit. So hoffen wir, die Eine oder den Anderen überzeugt zu haben, dass sich ein Einsatz in diesem Gebiet (07.09.2013) lohnt und mit Gleichgesinnten auch Spaß macht.

 

Volker und Ortrud Hasenfuß

 

Fotos: Volker Hasenfuß

altalt

Hallo Orchideenfreunde,

 

gestern nachmittags regenfrei, da war ich bei Iversheim auf Orchideensuche.

Es blühen Fliegenragwurz, Brandknabenkraut, Hängender Mensch, Purpurknabenkraut, Mannsknabenkraut, weißes Waldvögelein will aufblühen. Dazu Kugelblume, Schwalbenwurz, Knolliger Hahnenfuß und, und ......

In (einem bekannten NSG) am Mittwoch blühte Mannsknabenkraut wieder mehr. Auch Kleines Knabenkraut hat sich erholt, besonders auf der Feuchtwiese. Dort wird Breitblättriges Knabenkraut dieses Jahr weniger blühen, eines fand ich schon.

 

Allen frohe Pfingsten wünscht

 

Franz Opitz (19.05.2013)

alt

Mit etwa 27000 Pflanzen größtes Orchis mascula Vorkommen im Kreis Olpe gefunden!

 

Bereits im Frühjahr 2012 besuchte ich einen etwa 500m langen Waldhang in der Gemeinde Finnentrop im Kreis Olpe, um zu untersuchen, ob sich hier, auf dem Massenkalk der Attendorn - Elsper - Kalkdoppelmulde Orchideen finden ließen.

Es handelt sich um ein Gebiet, das vor Millionen von Jahren als tropisches Riff entstand und sich heute durch ein reiches Orchideenvorkommen auszeichnet.

 

Meine Erkundung des steilen, unwegsamen Hanges, war zunächst recht mühsam und wenig erfolgreich. Ich fand keine Orchideen. Örtlich wuchs Salomonssiegel, Aaronstab und Einbeere, jedoch hielt der Hang ansonsten nicht, was er versprach.

Langsam kam ich den Häusern einer Siedlung näher und ich dachte eigentlich, jetzt könnte ich umkehren, da sich hier nun wirklich nichts mehr finden lassen würde, doch was stand vor mir? Ein Zweiblatt - Listera ovata. Bei genauerem Hinsehen fanden sich weitere. Also setzte ich meine Suche doch fort und was ich da sah - mitten im dichten Gebüsch - verschlug mir die Sprache. Dort stand der größte Bestand des Mannsknabenkraut - Orchis mascula, den ich je gesehen hatte. Nun war zumindest bei uns im Kreis letztes Jahr kein gutes mascula - Jahr und ich war auch etwas zu spät, dennoch war es schwierig überhaupt irgendwo eine Stelle zum Hintreten zu finden. Ich schätzte den Bestand auf über tausend ein. Interessant war auch, dass sich die Pflanzen dicht an dicht auf einem eigentlich sehr kleinen Gebiet drängten.

 

Am 13.05.2013 beschloss ich den Standort erneut aufzusuchen und die Pflanzen durchzuzählen, da wir hier dieses Jahr begünstigend auch ein sehr gutes mascula - Jahr zu haben scheinen. Dies schließe ich aus den mir bekannten Standorten.

Die Idee den gesamten Bestand durchzuzählen schlug ich mir jedoch relativ schnell aus dem Kopf. Bei der Menge an Pflanzen schaffte ich lediglich die blühenden Exemplare. Ich zählte 1780 Stück auf einer Fläche von ca. 770m². Um jedoch auch die etlichen Jungpflanzen und nichtblühenden Pflanzen erfassen zu können, zählte ich stichprobenartig um einzelne blühende mascula den "Nachwuchs". Ich kam auf eine durchschnittliche Anzahl von 15 Jungpflanzen pro blühendem Exemplar. Bei einer Hochrechnung ergaben sich somit 26700 Orchis mascula. Ich gehe davon aus, dass es etwa 26000 bis 27000 Exemplare sind.

Zudem zählte ich einen Bestand von über 120 Listera ovata.

Im weitern Verlauf dieses Frühjahres werde ich das Gebiet noch auf die Fliegen-Ragwurz - Ophrys insectifera untersuchen. Die Bedingungen scheinen mir optimal.

 

Zu hoffen bleibt nur, dass das Gebiet geschützt werden kann, denn nach Aussage der Unteren Landschaftsbehörde liegt es außerhalb des Landschaftsplanes und somit in der Planungsgewalt der Gemeinde Finnentrop. Es wäre gut möglich, dass das angrenzende Wohngebiet hier erweitert werden soll. Die ULB bemüht sich jedoch um den Schutz.

 

Fotos und Text: Dario Wolbeck (14.05.2013)

altalt

Das Orchideenjahr beginnt!

 

Am 28.02.2013 suchte ich einen Standort von Orchis mascula an einem Trampelpfad in einem Buchenmischwald auf, um zu kontrollieren, ob bereits die ersten Rosetten zu sehen sind. Ich fand fünf Pflanzen, die ihre Blätter durch das am Boden liegende Laub streckten. Auch im weiteren Verlauf des Waldes kommt Orchis mascula zerstreut vor. Da die jungen Triebe, auch anderer Orchideenarten in dieser Jahreszeit jedoch stark trittgefährdet sind, habe ich von einer Kontrolle dieser Stellen abgesehen.

 

Bei dem Standort, in der Nähe von Attendorn im Sauerland, handelt es sich um ein Kalkknäppchen, das ehemals als Hauberg fungierte. Hauberge wurden in der Vergangenheit hauptsächlich zur Holz- und Holzkohlegewinnung genutzt und sind im Sauerland noch immer an einigen Stellen anzutreffen. So vor allem als so genannte "Knäppchen", kleine Waldstücke, die aufgrund ihres felsigen Bodens nicht landwirtschaftlich nutzbar waren. Der betreffende Wald wird schätzungsweise seit etwa 30 Jahren sich selbst überlassen.

 

Im weiteren Verlauf des Jahres blühen in dem Gebiet neben Orchis mascula nochNeottia nidus avis, Listera ovata und Epipactis helleborine.

 

Foto und Text: Dario Wolbeck (02.03.2013)

alt

Pflege im Ripsdorfer Kalkflachmoor am 29.9.2012

Es war noch recht frisch, so um die acht Grad, als in der schönen Eifel nahe Ripsdorf ab 9.30 Uhr nach und nach dreizehn Naturliebhaber eintrafen, um den Aufwuchs eines ganzen Jahres zu mähen, zusammen zu rechen und zum Feldweg zu transportieren. Die Freischneider fraßen sich durch den mit Tau getränkten Aufwuchs. Starker Wasserdampf stieg auf, was eine tolle Stimmung ergab. Nach und nach wurde uns auch warm bei der Arbeit. Wir hatten glücklicherweise vier Freischneider im Einsatz, sodaß der Aufwuchs der gesamten Fläche gemäht werden konnte. Das Wetter hatte ein Einsehen mit uns; es fielen nur wenige Tropfen, als wir pausierten und uns gerade über die lecker belegten Brötchen und den sehr gut schmeckenden Kuchen hermachten. Aber es waren wirklich nur wenige kleine Tropfen. Des öfteren schien auch die Sonne und ließ vereinzelnd stehen gelassene Inseln mit Samenständen der Sumpfstendelwurz sowie mit den wunderschönen Blüten des Teufelsabbisses im milden Sonnenlicht erglänzen. Es war ein schöner und befriedigender Anblick, als die Fläche schließlich gemäht war und eine riesige Menge Mahdgut am Feldweg lag. Ein Bild zeigt die Fläche vor unserer Arbeit und das andere Bild die Beteiligten ohne Frau Hasenfuß nach getaner Arbeit. Im Vordergrund ist ein kleiner Ausschnitt der geräumten Fläche zu sehen. Den Brötchen- und Kuchenspendern ein herzliches "Danke schön". Der gesamten Truppe vielen Dank für den Einsatz. Mir hat der Einsatz viel Freude gemacht und ich glaube, den übrigen Aktiven auch.

Klaus H. Käselau

alt

 


Europäische Orchideentagung Bad Münstereifel

Am Muttertags- und Wahl-Wochenende fand nach zwei Jahren intensiver Planungen und Vorbereitungen in Bad Münstereifel die Europäische Orchideentagung 2012. statt. Etwa 90 Experten und Orchideenfreundinnen bzw. –freunde aus dem In- und Ausland beschäftigten sich an drei Tagen mit den heimischen Orchideenarten Europas. Die Einstimmung bildete eine Exkursion zu Orchideen-Biotopen der Eifel und ein anschließender Vortrag durch Herrn Prof. Wolfgang Schumacher. Schwerpunkte des zweitägigen Vortragsprogramms in den Räumen des „ProCom Eifelzentrums“ waren die Wechselwirkungen von Orchideen mit Insekten (Bestäuber) und Bodenpilzen, aktuelle Fragestellungen der Orchideen- und allgemeinen Pflanzen-Systematik, Beiträge über kritische und variable Sippen (Platanthera, Dactylorhiza-Hybriden, Ophrys holoserica) sowie Vorträge über Ophrys im Mittelmeerraum. Abgerundet wurde die Tagung durch eine Vielzahl kleiner und größerer Gesprächsrunden in den Pausen und während der reichhaltigen und sehr leckeren Mahlzeiten. Bereits während der Tagung zeichneten sich mehrere neue Kooperationen zwischen den Teilnehmern ab, sowohl aus der wissenschaftlichen Forschung als auch aus dem Kreis der Mitarbeiter der verschiedenen AHO.


Viel Herzblut und Hirnschmalz von Angelika und Heinz Baum haben die Europäische Orchideentagung 2012 erst möglich gemacht. Aber auch zahlreiche weitere tatkräftige Helfer, die Einrichtung und das Team des ProCom Eifelzentrums, die freundliche und großzügige Unterstützung seitens der Stadt Bad Münstereifel, die hochkarätigen und hervorragend aufgelegten Referentinnen und Referenten sowie last but not least das höchst interessierte, disziplinierte, aber auch kritische Publikum haben ihren Teil zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

alt
alt alt
alt alt

 


Neues Buch: "Orchideen im Kreis Olpe"

Wir freuen uns sehr über ein neues Buch von zwei AHO-Mitstreitern: Mechthild und Heinz Immekus haben ihre jahrelangen Beobachtungen, Kartierungen und zahlreiche Foto-Dokumente zum Thema „Orchideen im Kreis Olpe“ zu einem gleichnamigen Buch zusammengetragen und im Dezember veröffentlicht! Es ist sicherlich ein „Muss“ für jeden sauerländischen Orchideenfreund, aber auch für Rhein- und Lippeländer ein Genuss.

Das 180-seitige Werk ist über den Kreis Olpe per e-mail oder telefonisch für 18 Euro plus Porto zu bestellen (Frau Clemens, Tel. 02761/81593 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 


Pflegemaßnahme am 24.09.2011 im Ripsdorfer Kalkflachmoor

Es lag noch Nebel auf den Wiesen um Ripsdorf, als nach und nach 14 Personen am Kalkflachmoor auftauchten und mit fünf Freischneidern den Bewuchs mähten, mit zahlreichen Harken, einer sehr stabilen Schubkarre, einer großen Plane und einigen Heugabeln das Mähgut am Feldweg ablagerten. Die Pflegemaßnahme, durchgeführt von Mitarbeitern des AHO und des KNU, diente dem Zurückdrängen der Weiden- und Pappelschößlinge sowie des Mädesüß. Daneben schafft es Luft für die Orchideen, insbesondere der Sumpf-Stendelwurz.

Bei herrlichem herbstlichen Wetter machte es Spaß und gab am Schluß ein sehr gutes Gefühl. Wir schafften die gesamte Fläche und können, so glaube ich, auf das Geleistete stolz sein! Allen Helferinnen und Helfern für Ihren kräftezehrenden Einsatz meinen herzlichen Dank ! Last but not least möchte ich mich auch ganz herzlich bedanken bei den freundlichen Spender/Innen für den leckeren Kuchen und für die appetitlichen Brötchen; es hat sehr gut geschmeckt!

K. H. Käselau

alt

Biotoppflege in Haan

Die diesjährige Mahd der beiden Haaner Orchideengebiete, die von der AGNU Haan organisiert wird, stand unter einem guten Stern: Gutes Wetter, genügend Freischneider und Helfer (auch AHO-Mitarbeiter), leckerer Kuchen und am Ende ein kräftiger Eintopf, den wiederum „Haus Poock“ spendete. Die Ergebnisse in diesem Jahr waren – wie wohl in ganz NRW – zwiespältig. Durch die heißen und trockenen Monate April und Mai waren die Rosetten der Bienenragwurz (Ophrys apifera) auf dem Südhang vertrocknet.

Im ehemaligen Sedimentationsbecken stehen mehr Birken, und durch den Schatten und die Taubildung war die Blüh-Anzahl bei der Bienenragwurz hier fast normal . Großes Zweiblatt (Listera ovata) und Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) blühten prächtig zu Tausenden mit neuem Höchststand – eine schöne Bestätigung für den Erfolg der 20-jährigen Bemühungen zum Erhalt dieser wertvollen Biotope.

Kurzbericht von der Jahresversammlung des AHO NRW

Die diesjährige Jahresversammlung des AHO NRW fand am 06.11.10, 10:00 bis 16:45 Uhr, schon traditionsgemäß, in der Ökologiestation des Kreises Unna, in Bergkamen, statt.

Nach Begrüßung der zu Beginn 31 (gegen Mittag dann ca. 60) anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dem Dank an die Organisatoren trug der Arbeitskreisleiters, Dr. M. Luwe, den Jahresbericht vor. Dem schlossen sich die Berichte aus den Regionen, der Überblick über den aktuellen Stand der Kartierung mit Hinweis auf die neu gefasste Kartierungsanleitung und –bogen an. Es folgten Überblick und kurze Vorstellung der Themen des bundesweiten Treffens der AHO, 14 Tage zuvor, in Bad Liebenstein sowie der Kassenbericht. Fam. Baum stellte den Anwesenden den aktuellen Planungsstand der Orchideenfachtagung vom 11. bis 13.05.2012 in Bad Münstereifel vor. Die Kassenprüfer bezeichneten die Kassenführung von Frau Hasenfuß als vorbildlich und bescheinigten der Arbeitskreisleitung einen sehr sparsamen Umgang mit den Einnahmen. Dem Antrag der Arbeitskreisleitung auf Entlastung wurde stattgegeben.

Turnusgemäß (alle drei Jahre) fand im Anschluss die Neuwahl der Arbeitskreisleitung statt.

Ergebnis:
Arbeitskreisleiter: Dr. Michael Luwe
Stellvertreter: Dr. Dieter Wenker und Bernd Margenburg
Kasse: Ortrud Hasenfuß
Zentrale Kartierungsstelle: Günther Westphal
Geschäftsstelle: Wilfried Kuhn
Beisitzer: Klaus Käselau (AG Eifel), Peter Rolf, Heinz Immekus, Dietmar Küpper, Rudolf Singer,
Webmaster: Sebastian Sczepanski und Wolfgang Schäfer

Mit der Präsentation der Orchidee des Jahres 2011 durch Fam. Baum begann die Vortragsreihe des Nachmittags. J. Vollmar schilderte die Entwicklung des Biotops Wehebachtal, das zu Beginn zu Beginn im Jahr 2004 auch durch Fördermittel vom AHO unterstützt wurde. Den Abschluss bildete ein Vortrag über die Orchideen in der Rhön und deren Fundorte im Jahreskreislauf von M. Klüber. Alle Vortragenden wurden von den anwesenden mit viel Applaus bedacht, die damit auch ihre Zufriedenheit und ihren Zuspruch zur Gesamtveranstaltung zum Ausdruck brachten.

Die nächste Jahresversammlung des AHO NRW findet an gleicher Stelle am 05.11.2011 statt

-Wilfried Kuhn-

 


Die Orchidee des Jahres 2011 ist ...
... die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia (L.) Rich.)!

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist am 23.10.2010 in Bad Liebenstein (Thüringen) von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen in Deutschland zur „Orchidee des Jahres 2011“ ausgerufen worden. Die AHO Deutschlands stellen alljährlich eine heimische Orchideenart vor, mit dem Ziel die Öffentlichkeit für den Schutz und Erhalt unserer Orchideen und deren Lebensräume zu sensibilisieren.

Informationen und Materialien zur Orchidee des Jahres 2011 gibt es hier: bitte klicken!

 


Bericht über die Pflegemaßnahme vom 18.09.2010 im Ripsdorfer Kalkflachmoor

Um 8.30 Uhr wurde es im Kalkflachmoor zwischen Ripsdorf und Alendorf für die tierischen Bewohner unruhig. Erst einer, später zwei weitere Freischneider, bedient von Mitarbeitern des AHO und einer Aktiven des KNU, mähten das hoch aufgeschossene Gras, die Mädesüß-Bestände,die vielen Schößlinge der Weiden und Zitterpappeln und auch die samentragenden Triebe der Sumpf-Stendelwurz. Nur einige Triebe der Stendelwurz ließen wir stehen, damit sie ihre Samen durch den Wind verteilen lassen können. Die Zahl der erschienenen HelferInnen machten es, wie im letzten Jahr möglich, daß wir die gesamte Fläche mähen, das Mähgut zusammen rechen und mittels einer Plane zum Feldweg schleifen konnten. Ich denke, die Orchideen werden es uns im nächsten Jahr durch besonders üppiges Wachsen und Blühen danken!
Ich glaube, daß es den meisten ging wie mir: es machte Spaß und gab am Schluß ein sehr gutes Gefühl. Wir können, so glaube ich, auf das Geleistete stolz sein! Allen Helferinnen und Helfern für Ihren kräftezehrenden Einsatz meinen herzlichen Dank ! Last but not least möchte ich mich auch ganz herzlich bedanken bei den freundlichen Spenderinnen für den Kuchen und für die appetitlichen Brötchen; es hat sehr gut geschmeckt!

Text: K.H. Käselau; Bilder: B. Grommes und O. Hasenfuß

 


Neues Orchideenbuch

Nach langer Arbeit daran, präsentieren nun unsere Orchideenfreunde aus den Niederlanden - Jean Claessens und Jacques Kleynen - ein ganz neues Orchideenbuch. Im Unterschied zu vielen anderen Büchern geht es hier weniger um die Verbreitung, sondern mehr um die Biologie und Morphologie unserer heimischen Orchideengattungen. Wer die Makrofotos der beiden Autoren kennt, weiß was für eine Meisterwerk uns in Kürze erwartet.

Wer das Buch bis zum 31.12.2010 bestellt, zahlt 57,50 EUR (statt später 72,50 EUR). Nähere Informationen gibt es hier: www.europeanorchids.com

 


Regionaltreffen der Eifel-Gruppe in Bad Münstereifel, 24. Oktober 2009
Am Samstag, 24.10.2009, dem letzten vom Ehepaar Baum geleiteten Regionaltreffen der Eifel-Gruppe des AHO NW durften mehr als 85 Teilnehmer einen sehr gelungenen Nachmittag mit exzellenten Vorträgen, vielen guten Gesprächen, leckerem Kuchen und Kaffee im Bürgersaal des "weißen" Rathauses, Bad Münstereifel, erleben. Als eine ihrer letzten Amtshandlungen verabschiedeten das Ehepaar Baum, tatkräftig unterstützt durch den Leiter des Arbeitskreises, Herrn Dr. Michael Luwe, den Koordinator der Eifel-Kartierung, Herrn Roderich Wehner.

Nach über zwanzigjähriger Tätigkeit als sehr aktiver Kartierer, Koordinator der Kartierung in der Eifel, Entwickler und Betreuer des Daten-Systems OSY, das den immensen Datenbestand der Orchideen-Fundorte verwaltete, wurde Roderich Wehner verabschiedet. Es stimmte schon ein wenig wehmütig, wenn ein solch erfahrener Kenner der Eifel-Orchideen beschließt, kürzer zu treten. Ich glaube wir können mit Recht feststellen: Herr Roderich Wehner hat sich um die Orchideen der Eifel verdient gemacht.

Leider mussten wir auch zur Kenntnis nehmen, dass sich das Ehepaar Baum nach 20 Jahren aus der Leitung der Eifel-Gruppe verabschiedete. Ich glaube, dass wir im Namen aller Eifel-Orchideen- Freundinnen und -Freunde sprechen, wenn wir nochmals recht herzlichen Dank sagen für die immense Arbeit, die Sie beide für uns und die Orchideen in den vergangenen Jahren geleistet haben!

Die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit des Ehepaares Baum wurde im Jahre 2003 durch Überreichung der Silberpflanze der "Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt" für ihre Verdienste um den Schutz Heimischer Orchideen und für langjährige Naturschutz-Bildungsarbeit gewürdigt.

Die Eifel-Gruppe drückte ihren Dank in Worten in der im Folgenden wiedergegebenen "Urkunde" aus:


Urkunde

Die Eifel-Gruppe des
Arbeitskreises Heimische Orchideen NRW
im BUND-NW e.V.

dankt dem Ehepaar
Angelika und Heinz Baum

für Ihren
zwanzig-jährigen Einsatz.

Danke
für ca. 50 Rundschreiben, auf die wir immer schon gewartet haben. Ca. 40 Regionaltreffen mit spannenden Beiträgen zu Orchideen, Reiseberichten über Plätze dieser Welt mit seltenen Pflanzen, erweitert durch den Blick für die Dinge, die neben den Orchideen existieren, waren uns Freude und Genuß. Auch die unzähligen Kartier- und Biotop-Exkursionen, die zahlreichen Pflegeeinsätze sowie die perfekten Dia-Vorträge über Orchideen und Reisen dürfen nicht unerwähnt bleiben.

Viel Glück, eine große Portion Gesundheit und Zufriedenheit. Wir hoffen sehr Euch auch weiterhin oft unter uns erleben zu dürfen.

Eure Eifelgruppe
Bad Münstereifel, 24. Oktober 2009

Aus Anlass des zwanzigsten Herbstregionaltreffens und der Tatsache, daß es das letzte vom Ehepaar Baum geleitete Regionaltreffen sein würde, konnten die Baums mit zwei gewichtigen Vorträgen aufwarten: Eifel-süchtig des Ehepaars Ortrud und Volker Hasenfuß, in dem die schönsten Dias aus zwanzig Jahren gezeigt wurden sowie Sex in der Eifel über "Faszinierendes, Schönes und Neues über Blümchen und Bienchen" unserer lieben Freunde aus Holland, Jean Claessens und Jacques Kleynen. Nach den beiden Vorträgen, die wohl alle Anwesenden sehr genossen, vielen guten Gesprächen u.a. auch bei vielen verschiedenen sehr leckeren Kuchensorten und Kaffee und bei zahlreichen guten Büchereinkäufen bei Wil Meijs, der schon zu einer lieb gewordenen Bereicherung der Herbst-Regionaltreffen geworden ist, ging es dann doch zur "Verabschiedung" der Baum´s; wenn auch die zeitliche Abfolge nicht ganz der Intension der Organisatoren entsprach: der Bürgermeister der schönen Stadt Bad Münstereifel, Herr Alexander Büttner, konnte zeitlich nur zu Beginn der Veranstaltung bei uns hereinschauen.

Aber, wie es im Leben so oft heißt: der eine kommt, der andere geht, so auch bei den Eifel-AHO lern.
Mit der Verabschiedung wurde das neue Leitungsteam vorgestellt, von wem wohl? Klar, vom alten Leitungsteam, den Baums:

Beatrice Lange Tel.: 02241 - 973 960 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Klaus H. Käselau Tel.: 02227 - 1571 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Franz Opitz Tel.: 02251 - 57092 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Falscher Termin im Eifel-Rundschreiben 3/2009

Leider hat sich im aktuell verschickten Rundbrief der Arbeitsgruppe Eifel ein Terminfehler eingeschlichen. Anstatt am 23.10.2010 wird das nächste Herbsttreffen 30.10.2010 stattfinden! Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und bitten darum diesen Termin nun vorzumerken.

 


Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist die Orchidee des Jahres 2010

Die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) haben den Frauenschuh zur Orchidee des Jahres 2010 gewählt. Damit kommt die wohl spektakulärste heimische Orchidee nach 1996 bereits zum zweiten Mal zu dieser hohen Ehre.

Der Frauenschuh wächst vor allem in lichten Wäldern und bevorzugt kalkhaltige Böden. Deutschland liegt im Hauptverbreitungsareal der Art, das sich über weite Teile Europas und Asiens erstreckt. In der bundesweiten Roten Liste ist der bundesweit als „gefährdet“ (Kategorie 3) eingestuft, regional ist die Gefährdung oft deutlich größer. Die größten Vorkommen gibt es noch in den alpinen und Mittelgebirgsregionen von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen. In Nordrhein-Westfalen hingegen gibt es nur noch wenige Vorkommen im Kreis Höxter und in den Beckumer Bergen bei Oelde.

Foto: Sebastian Sczepanski
Fotos: Sebastian Sczepanski
Die blühenden Pflanzen können bis zu 60cm hoch werden, haben meist eine, gelegentlich auch zwei, drei oder sehr selten sogar fünf Blüten. Die Lippe ist zu einem bis zu vier Zentimeter großen gelben „Schuh“ geformt, der nach oben offen, als Kesselfalle für Insekten dient. Ein dünner Ölfilm an den Rändern sorgt dafür, dass angelockte Insekten kaum Halt finden und ins Schuh-Innere abgleiten. Der einzig sichere Weg nach draußen führt an der Blütennarbe vorbei, so dass diese im Vorbeigehen automatisch die Pflanze bestäuben.


Als Pflanze mit besonderen Ansprüchen an ihren Lebensraum ist der Frauenschuh europaweit geschützt. In der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union wird er in der Liste der sogenannten prioritären Arten aufgeführt, für die besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Während in der Vergangenheit das Ausgraben der Pflanzen durch Sammler und Händler ein wesentlicher Gefährdungsfaktor war, leidet der Frauenschuh heute vor allem an Verschattung durch immer dichter werdende Wälder und die Aufgabe traditioneller Waldnutzungsformen.

Hier geht es zum Flyer =>

 


Pflegemaßnahme vom 12.09.2009 im Ripsdorfer Kalkflachmoor

Ab 9.30 Uhr wurde es unruhig im Kalkflachmoor zwischen Ripsdorf und Alendorf. Drei Freischneider, bedient von Mitarbeitern des AHO, mähten das recht hoch aufgeschossene Gras, die Mädesüßbestände und die vielen Schößlinge der Weiden und Zitterpappeln, die unserer geliebten Sumpf- Stendelwurz den Platz streitig machen wollten. Aber auch die unzähligen samentragenden Sumpf-Stendelwurzen mußten dran glauben; bis auf eine Insel an Exemplaren, die wir auf Vorschlag von Volker Hasenfuß stehen ließen. Zum Glück, denn bei Begehung des Rundweges nach Abschluß der Arbeiten entdeckten wir am Rande dieser Insel wunderschön blühende Fransen-Enziane! Wir waren unerbittlich und gaben erst Ruhe, nachdem alle Flächen gemäht waren; ich hoffe, die Orchideen werden es uns danken durch besonders üppiges Wachsen und Blühen im nächsten Jahr! Das Mahdgut wurde von weiteren Mitarbeitern des AHO und einer Aktiven des KNU zusammen gerecht und mittels Forken auf die bewährte LKW-Plane, die uns Bernd Margenburg wieder freundlicherweise aus Bergkamen mitgebracht hatte, plaziert und zum Wegesrand geschleift. Eine geniale Idee, der Transport mit der Plane! Es bleibt nur noch zu erwähnen, daß es einfach toll war, wie alle bei der nötigen Arbeit angepackt haben! Wir können, so glaube ich, auf das Geleistete stolz sein! Last but not least möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei den freundlichen Bäckerinnen für den Kuchen; er war sehr lecker! Und auch für die appetitlichen Schnitten meinen herzlichen Dank!

Klaus H. Käselau

 

 

 


Kartierungsexkursion in den Raum Marsberg

Foto: B. Margenburg

Zur Aktualisierung des AHO- Datenbestandes hatte unser Kartierungsleiter, Günter Westphal, am Samstag, den 16.05.2009, zu einer Kartierungsexkursion in den Raum Marsberg geladen. Neun Orchideenfreunde folgten dem Aufruf und nutzten das schöne Wetter zur gemeinsamen Kartierung. Der erste Exkursionsteil führte uns vom Treffpunkt in Westheim zu den Trockenrasenhängen des Kallentales. Schon von der Straße aus war Orchis tridentata in Vollblüte zu sehen. Zweithäufigste Orchidee nach Orchis tridentata war Ophrys insectifera. Die Fliegen-Ragwurz war teilweise noch in Knospe. Im Gegensatz zu anderen Standorten in NRW handelt es sich auch Dank der Pflegemaßnahmen um gesicherte Bestände.

Ein weiteres Ziel der Kartierungsexkursion war der Bereich des Dahlberges. Hier wurde an einem Wiesenrand ein bislang nicht bekannter Standort von Orchis tridentata gefunden. Weitere Exkursionsziele waren das Frohental und der Wulstenberg, der sich durch einen großen Bestand an Epipactis atrorubens auszeichnet. Es wurden insgesamt neun Orchidenarten gefunden: Epipactis atrorubens, Gymnadenia conopsea, Himantoglossum hircinium, Listera ovata, Orchis trdentata, Ophrys apifera, Ophrys insectifera, Orchis mascula, Platanthera chlorantha.

Bemerkenswert war der Fund von Himantoglossum hircinium. Bislang waren in Nordrhein-Westfalen nur Standorte aus der Eifel bekannt.

Notiert wurden auch die Funde von Schwalbenwurz, Katzenpfötchen, Seidelbast, Sonnenröschen, Schwalbenschwanz und Zauneidechse.

 


Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen

Am 8. November 2008 feierte der AHO NRW in Bergkamen sein 25-jähriges Bestehen!

Aus diesem Anlass wurde eine sehr gut besuchte Ganztagesveranstaltung durchgeführt, zu der neben einigen Ehrengästen auch die regionale Presse eingeladen war. Nach dem offiziellen, formellen Teil der jährlichen Mitarbeiterversammlung mit ca. 45 Personen, waren beim „offenen“ Festprogramm über 100 Personen (inkl. Gäste) dabei.

Nach Grußworten des stellvertretenden Bürgermeisters Kay Schulte und durch Friedrich Ostendorff vom Landesvorstand des BUND NRW, der den Zusammenhang zwischen praktischer Naturschutzarbeit, Öko-Landbau und Umweltpolitik aufzeigte, wurde die „Orchidee des Jahres 2009“, das Stattliche Knabenkraut (Orchis mascula) von Heinz und Angelika Baum vorgestellt.

Foto: W. Kuhn

Danach freuten wir uns sehr über drei weitere hochkarätige Diavorträge, die uns vom Mittelmeer ("Die Orchideen Südeuropas" von Dieter Gandras) bis zum Nordmeer führten ("Spaß an Orchideen – von der Ostsee bis zur Barentssee" von Jan und Liesbeth Essink) führten und auch die Biologie der Orchideen nicht zu kurz kommen ließen ("Orchideen und ihre Bestäuber – eine Faszination" von Jean Claessens und Jacques Kleynen).

Traditionell in den hervorragenden Räumlichkeiten der Ökologiestation des Kreises Unna zu Gast und erstklassig betreut und verpflegt durch viele fleißige Freiwillige, die für Kaffee und Kuchen, Bestuhlung, Technik, Presseeinladungen etc. etc sorgten, konnte unser Arbeitskreis auf 25 Jahre im Dienst der Heimischen Orchideen und ihrer Lebensräume zurückschauen. Ein neuer Flyer stellt den AHO NRW vor, und eine neue Posterausstellung, welche die Regionen NRWs und ihre typischen Orchideenarten in den Mittelpunkt stellt, macht deutlich, dass wir unsere Arbeit nicht verstecken müssen! Ein gemeinsames, festliches Abendessen rundete unseren „Feier-Tag“ ab.
Foto: W. Kuhn
Foto: W. Kuhn
Grußwortredner v.l.n.r.: Michael Luwe, 1. stellv. Bürgermeister Kay Schulte, Friedrich Ostendorff vom BUND NRW Landesvorstand, Bernd Margenburg
 

 


Jubiläumsveranstaltung "25 Jahre AHO in Nordrhein-Westfalen"

Orchideenfreunde aus ganz Nordrhein-Westfalen treffen sich am 8. November 2008 in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil. Nach dem Mitarbeitertreffen steht in diesem Jahr ein Jubiläum an. Seit 25 Jahren kümmern sich die Mitarbeiter/Innen des „Arbeitskreis Heimische Orchideen Nordrhein-Westfalen (AHO) des BUND-NW e. V.“ um die Erforschung, den Schutz und die Erhaltung der heimischen Orchideen. Aus diesem Grund bietet der Arbeitskreis nach den Grußworten des Ersten Stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Bergkamen, Kay Schulte und des Landesvorsitzenden des BUND NRW, Paul Kröfges öffentliche Vorträge von Orchideenkennern aus den Niederlanden und Deutschland an. Dieter Gandras wird einen Dia-Vortrag über die „Orchideen Südeuropas“ halten. Um 13:15 Uhr wird die Orchidee des Jahres 2009, das Manns- Knabenkraut von Angelika und Heinz Baum vorgestellt. Anschließend führen uns Jean Claessens und Jacques Kleynen mit ihrem Vortrag „Orchideen und ihre Bestäuber – eine Faszination“ mit beeindruckenden Fotos in die Bestäubungsbiologie unserer heimischen Orchideen ein. Ab 15:30 Uhr vermitteln uns Jan und Liesbeth Essink mit ihrem Vortrag „Spaß an Orchideen – von der Ostsee bis zur Barentssee“ einen Einblick in unsere nordische Orchideenwelt. Interessierte Naturfreunde/Innen sind zu den Vorträgen herzlich eingeladen.
Beginn: 9:30 Uhr (Mitarbeiterversammlung AHO NRW) bzw. 10:30 Uhr (öffentlicher Teil)

 


Die Orchidee des Jahres 2009

Das Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) ist die Orchidee des Jahres 2009. Die Arbeitskreise Heimische Orchideen wollen damit zum einen auf die Schönheit dieser Pflanze, zum anderen auf die Gefährdung der geschützten Art hinweisen. Die purpurrot, ganz selten auch weiß blühende Pflanze ist auf Wiesen und in den Wäldern der deutschen Mittelgebirge und im Alpenraum zu finden. Mit einer Größe bis zu 70 Zentimetern wird sie manchmal auch als Stattliches Knabenkraut bezeichnet. Bis zu 30 kleine Einzelblüten trägt der Blütenstand. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Höhenlage von Ende April bis Juli. Auch in anderen europäischen Ländern ist Orchis mascula weit verbreitet.

Fotos: S. Sczepanski (www.sczepanski-fotografie.de)


Ganz allgemein gelten die wild wachsenden Orchideen Mitteleuropas als Frühindikator für den Artenschutz - wo Orchideen noch wachsen können, geht es auch anderen Arten gut. Seit 1989 machen die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) jedes Jahr auf eine andere Orchidee aufmerksam.

 


"Pflege" der Orchideenwiese im NSG "Grube 7" in Haan

Bei herrlichem Wetter und frühherbstlichen Temperaturen fanden sich am 20.09.2008 26 Helfer der AGNU Haan und des AHO NRW ein, um die Orchideen-Wiese zu mähen und das Mahdgut abzutragen. Es macht immer wieder Spaß, mit Jung und Alt diese besondere Wiese einmal jährlich zu pflegen, wodurch sich die Orchideen sehr gut entwickelt haben.
Der Dank geht an die fleißigen Aktiven und an "Haus Poock" für den leckeren Eintopf.
Als Lohn für die nicht immer ganz einfache Arbeit wird im Frühsommer wieder eine Exkursion zu den blühenden Orchideen angeboten.
Foto: Hasenfuß

 


12 fleißige Pfleger

Am Freitag, den 29.08.2008 trafen sich 12 fleißige Pfleger am Kalkflachmoor bei Ripsdorf (Eifel) um die Fläche zu mähen, Buschwerk zurück zu schneiden und Mahd- bzw. Schnittgut zum Abholen bereit zu machen. Ein Termin innerhalb der Woche hat sich zum zweiten Mal bewährt, da sich die Helferschar des AHO (nicht nur in der Eifel) zu allermeist aus rüstigen Rentnern rekrutiert! Obwohl schon ein Drittel der Pfleger die „70“ überschritten hat, wurde enorm tatkräftige Arbeit geleistet! Niemand hatte so wirklich daran geglaubt, dass wir es schaffen würden, aber es ist uns tatsächlich gelungen die gesamte Kernfläche des Kalkflachmoores zu mähen und frei zu räumen sowie die Weganlage von überhängendem Buschwerk zu befreien. Auch einige besonders beschattende Äste wurden entfernt.

Foto: W. Kuhn

Jetzt haben die vielen seltenen und konkurrenzschwachen Pflanzen – besonders „unsere“ Epipactis palustris wieder Luft und Raum um im nächsten Jahr hoffentlich wieder in voller Pracht zu erblühen!
Foto: Baum Foto: Baum

 


Exkursion zur Orchidee des Jahres 2008

Da viele AHO-Mitarbeiter, insbesondere die aus ostwestfälischen Landesteil, die diesjährige Orchidee des Jahres, das Übersehene Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa), noch nie gesehen hatten, schlug unser Kartierungsleiter Günter Westphal vergangenen Winter eine Exkursion in den Rhein-Erft-Kreis vor. Hier ist die Art an verschiedenen Standorten seit schätzungsweise zwanzig Jahren in der Braunkohlerekultivierung heimisch. Am Nachmittag des 10. Juni 2008 trafen sich sechzehn AHO-Mitarbeiter auf einer Autobahnraststätte der A1 zur Weiterfahrt zum Startpunkt der Exkursion. Hier wurde es uns von der Rekultivierungsabteilung von RWE Power ermöglicht, mit fünf Fahrgemeinschaften direkt den Ort unserer Begierde anzusteuern, wo Lokalpresse und WDR uns schon erwarteten. Vorher

Foto: H.-J. Bolzek

schon hatten in Anwesenheit der Fernsehleute zwei Mitglieder des NABU-Kreisverbandes Rhein-Erft eine Bestandsaufnahme gemacht: Sie zählten 946 blühende Exemplare und 167 Jungpflanzen, wobei die in diesem Jahr recht geringe Anzahl Hybriden von D. praetermissa x D. maculata mitgezählt wurde.

Nachdem alle Fotos geschossen und alle Interviews geführt waren, ging es in Kolonne weiter zum fünfzehn Kilometer entfernten Standort von D. praetermissa var. junialis. Obwohl sich dabei Ortsunkundige erfolglos als Kolonnenführer versuchten, erreichten alle dieses zweite Exkursionsziel. Der Bestand der „junialis“ hatte sich gegenüber dem Vorjahr auf ca. 300 Individuen leicht erhöht, was aber wohl auf die Erholung durch reichlich Niederschlag in der zweiten Jahreshälfte 2007 nach der vorangegangenen Trockenheit im Frühjahr zurück zu führen ist.

Trotz der oben angedeuteten kleinen Irrfahrt fand diese Tour ein harmonisches Ende. Alle waren nach eigenem Bekunden hoch zufrieden, und die meisten konnten ihrem persönlichen Artenkatalog eine weitere Art hinzufügen.

 


Kalkflachmoor bei Ripsdorf mit neuer Wegführung

Seit Mitte April 2008 ist die neue Besucherlenkung durch das Kalkflachmoor bei Ripsdorf endlich fertig. Obwohl die Aktion schon seit November 2007 geplant war, ließ die Witterung bis in den April 2008 kein Arbeiten in dem Gelände zu. Wir bedanken uns bei der Fa. Hupp aus Reifferscheid, die hervorragende, kompetente und unbürokratische Arbeit geleistet hat!

Der Weg durch das hochsensible Moor ist nun ... [hier klicken!]
Foto: Baum

 


Neue Arbeitsgruppe gegründet!

Aufgrund zahlreicher Orchideenvorkommen mit zum Teil für die Region seltenen und eher untypischen Arten, gründeten am 14.11.2007 fünf Naturfreunde die „Arbeitsgruppe Braunkohlerekultivierung“ des AHO NRW. Ziel ist – wie im gesamten AHO – die Erfassung, Erforschung und der Erhalt möglichst vieler Bestände, insbesondere die der herausragenden Arten. Das Bearbeitungsgebiet erstreckt sich von der Ville-Seenplatte im Süden des Rhein-Erft-Kreises nach Norden bis zur jungen Rekultivierung des Tagebaus Garzweiler im südlichen Teil des Rhein-Kreises Neuss bei Grevenbroich.

 

Die meisten Vorkommen gibt es in junger forstlicher Wiedernutzbarmachung. Da hier die Sukzession sehr schnell fortschreitet, ist Biotoppflege in ganz besonderem Maße erforderlich. Unterstützt wird die Arbeit der Arbeitsgruppe durch die Unteren Landschaftsbehörden beider genannter Landkreise sowie durch das Forstamt von RWE Power (früher „Rheinbraun“) und das Umweltamt der Stadt Grevenbroich. Alle genannten Institutionen sind äußerst kooperativ und hilfreich.

Wie immer bei Naturschutzprojekten sind ehrenamtliche Mitarbeiter gerne willkommen. Es gilt, Pflegemaßnahmen durchzuführen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Personen, die z.B. nur begierig aufs Fotografieren sind, sind eher ungeeignet. Wer Interesse an einer voll aktiven Mitarbeit hat, kann unverbindlich mit einem der nachfolgend genannten Kreisbeauftragten Kontakt aufnehmen.

Rhein-Kreis Neuss:
Hans-Josef Bolzek, Am Rückertsgraben 26, 41517 Grevenbroich, Tel.: 02181-80387, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rhein-Erft-Kreis:
Peter Rolf, Theodor-Heuss-Str. 47, 50374 Erftstadt, Tel.: 02235-413418, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

{backbutton}